Nur noch schnell die Mail beantworten, dann geht es gleich in die Kundentelko. Auf dem Weg dorthin spricht mich der Kollege an, will nur eben eine kurze Info. Die Uhr tickt, es trudelt die nächste Mail ein, das Meeting mit dem Chef steht an und das Angebot muss heute auch noch raus.

diva-e bietet uns Mitarbeitern zwar zahlreiche Angebote für eine ausgeglichene Work-Life-Balance, doch Stress, Termindruck und Informationsflut kann wohl kaum jemand wirklich umgehen – denn das Berufsleben ist gerade in der digitalen Branche schnelllebiger und dichter geworden.  Unser Kollege Sebastian hat eine Methode ausprobiert, um diesen Stresssituationen aktiv entgegenwirken zu können. In diesem Blogbeitrag möchte er seine Erfahrungen weitergeben und hilfreiche Anregungen geben.


Stress wird häufig als etwas Externes wahrgenommen, etwas das mir „passiert“. Tatsächlich ist Stress eine natürliche Reaktion des Körpers auf eine externe Gefährdung, die immer stark mit der eigenen Bewertung einer Situation zusammenhängt. Auf Stress reagiert der Körper mit Flucht oder Kampf. Dem entsprechend spüren wir Stress auch sehr stark körperlich: Der Blutdruck steigt, die Muskeln spannen sich an, der ganze Körper ist in Aufruhr. Ein permanenter Stresszustand kann sehr schnell schädlich werden und krank machen.

Um dieser Belastung Herr zu werden, gilt es die Bewertung dieser Stresssituationen zu hinterfragen und mittels Atemtechniken wieder Kontrolle über den aufgewühlten Körper zu erlangen. Dazu habe ich im letzten Jahr ein Achtsamkeitstraining (MBSR) belegt, das mir dabei geholfen hat, einen Ausweg aus dieser Stressfalle zu finden. MBSR (mindfulness-based stress reduction) wurde Ende der 70er Jahre vom Molekularbiologen Jon Kabatt-Zinn entwickelt. Das Programm ist im Grunde eine Mixtur verschiedener Ansätze: Buddhistische Meditationen treffen auf Erkenntnisse aus der Verhaltenstherapie und moderne Neurowissenschaften.

Über meditative Übungen, Gruppengespräche und kleinere alltägliche Übungen wird die Integration der Achtsamkeit in den Alltag eingeübt. Achtsamkeit beruhigt den Geist, führt zu einer klareren Wahrnehmung der eigenen Gedanken, Emotionen und Körpergefühle. Außerdem soll dabei parallel gefördert werden, stressige Situationen aus einer übergeordneten Perspektive betrachten zu können. Dies wiederum steigert die eigene Fähigkeit, sich zu fokussieren.

Dabei versteht sich Achtsamkeit nicht als kurzfristige Maßnahme, sondern als grundsätzliche Lebensmaxime. Erreicht werden soll ein Zustand der Wachheit und Klarheit für sich, seine Umwelt und natürlich für die Menschen um einen herum.

Nun klang die Vorstellung, dass ich mit Wildfremden in einem Raum sitze und meditiere, für mich anfangs recht gruselig. Mit derlei „Esoterik-Kram“ hatte ich sowieso nichts am Hut.

Das Schöne war: Die anderen Teilnehmer sahen das genauso, was unvermittelt zu einer gelösten Atmosphäre führte und – wenn man sich wirklich darauf einließ – für mich neue Perspektiven und Einsichten eröffnete.

Die Erfahrungen dieses Kurses und das Konzept der Achtsamkeit haben mich nachhaltig geprägt. Ich habe kürzlich an unserem Standort in Bochum eine Brown-Bag-Session zu dem Thema gehalten. Das ist eine gemeinsame Mittagspause, bei der ein Kollege etwas vorträgt, ganz egal ob zu einem fachlichen Thema oder über eine außergewöhnliche Urlaubsreise. In dieser Session haben wir zum Beispiel eine gemeinsame Achtsamkeitsübung durchgeführt.

3 Tipps für alltägliche Entspannung – auch in stressigen Situationen

Da eine tiefere Betrachtung der einzelnen Themen den Rahmen dieses Beitrages wohl sprengen würde und Stressempfinden letztlich auch immer individuell sehr unterschiedlich sein kann, möchte ich dir zum Abschluss nur drei kleine Tipps geben, wie du in stressigen Situationen die Kontrolle wieder gewinnst:

  1. Mache dir den Prozess des Atmens bewusst: Wir alle atmen, die ganze Zeit. Und doch nehmen wir es in den seltensten Fällen wahr. Das eigene Atmen bewusst zu spüren ist eine der klassischen Achtsamkeitsübungen und gerade für Anfänger besonders geeignet.
  2. Gestalte etwas ganz Alltägliches achtsam, z. B. das Essen: Schaue nicht nebenher fern oder plane den nächsten Termin am Laptop, sondern nimm das Essen aktiv wahr. Welche Zutaten hat es? Wie sehen sie aus? Welche Gerüche, Geschmacksnuancen und Konsistenz hat es? Du wirst überrascht sein, wie neu du plötzlich dein Essen erlebst.
  3. Singletasking statt Multitasking auf der Arbeit: Nimm dir für eine wichtige Aufgabe eine bestimmte Zeitspanne, in der du dich ganz darauf konzentrierst – ohne Ablenkung durch E-Mails, Telefonate oder Surfen im Internet. Fokussiere dich völlig auf deine Aufgabe und eliminiere jegliche Ablenkungen.

Das Training hat mir insgesamt geholfen, gelassener auf stressige Situationen reagieren zu können und wieder mehr Kontrolle über die Informationsflut zu bekommen. Bereits mit kleinen Maßnahmen lässt sich die Belastung deutlich reduzieren und der Arbeitsalltag angenehmer und zufriedenstellender gestaltet werden.

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